Ribaa  ربا   unrechte Vermehrung, Zins, Wucher

 

 

 
 
   

Ribaa hat Allah im Qur'aan uneingeschränkt verboten und dies wird durch die Sunnah bestätigt. Der edle Qur'aan hat denjenigen, die dieser großen Sünde nicht fernbleiben, den Krieg erklärt. Ribaa ist ein Sammelbegriff für verschiedene Arten von illegalen Geschäften, und nicht nur das, was als Zinsen bekannt ist. Die lexikalische Bedeutung von Riba ist: „Überfluss, Vermehrung, aufblähen, hinzufügen usw.”, also sprachlich genau die selbe Bedeutung wie Zakah, während Riba aber die Vermehrung des Verlustes bedeutet und Zakah die Vermehrung des Gewinnes, sofern man zu den Gläubigen gehört.

 

Im heutigen Sprachgebrauch wird damit meist ein fester prozentualer Anteil, den der Gläubiger vom Schuldner erhält mit Zinsen gemeint, doch sind solche Zinsen eben nur eine Bedeutung von Ribaa. Ribaa ist oft versteckt und nicht für jeden sofort zu erkennen. Wenn etwa der Bäcker Zaid das ihm gelieferte Mehl zum Termin nicht zahlt obwohl er könnte, so ist dies Ribaa. Zaid denkt, er zahlt dem Müller etwas später, so ihm das Geld vorläufig noch für etwas anders zu verwenden, sinnvoller scheint. Es ist nicht nötig, das Zinsen ausgemacht wurden, denn die Verzögerung nennt ist Ribaa.

 

Nicht selten, dass mit verschiedenen Begründungen das Zinsverbot zu umgehen versucht wird. Manche beziehen sich dabei auf ihr Missverständnis von der Aussage von Imaam Abu Hanifa, wonach Muslime in Daru-l-Kufaar von Ungläubigen Ribaa nehmen dürften, sofern sie bereits Hidschrah machten; keinesfalls aber Ribaa zahlen dürften. Nicht nur dass dabei eher nicht bedacht wird, in welchem Kontext Imaam Abu Hanifa dies sagte, sondern meist sind Muslime die Zahlenden der Ribaa, indem sie sich Kredite von der Bank holen, ganz abgesehen davon, dass nach den drei anderen Imaamen, Ribabeghaupten, sie würden Muslimen durch ihre Ribaa helfen, manche bauen eine Moschee mit Kreditzinsen und wieder andere sagen, dass mit Ribaa nur die übrhötem Zinsen gemeint seien. Es wird von zwei Kategorien der Ribaa gesprochen und dass nur eine davon verboten sei oder dass jetzt Aakhir-Zamaan (Endzeit) sei, und deshalb Bankzinsenribaa erlaubt wäre da man anders keine Geschäfte machen könne usf. Sich an Ribaa zu beteiligen bleibt Sünde sofern sie bereut wird; das Verbot von Ribaa aber zu leugnen, ist Kufr.

 

Ist ein Muslime etwa durch eine Tariqaah geschult worden, so ist es ganz besonders seine Aufgabe auf die Vermeidung von Ribaa zu achten um nicht vom schmalen Pfad abzuweichen. Diese besondere Beachtung der Schariah (natürlich nicht nur in Bezug auf Ribaa) ist eine der Voraussetzungen für den Wanderer, denn anderseits ist er wie einer, der zwar die Gnadengaben Allahs(sein es nun Jadhzb, Haal. Maqaam  usf. sucht, jedoch in einen sich ständig leerenden Sack mit immer größeren Löchern stopft. Der Sufi wurde einst deshalb Sufi genannt, so er sich im  Gegensatz zu durchschnittlichen Muslimen, von den eindeutigen bekannten Verboten innerlich und äußerlich zu fernzuhalten versuchte. Der Sufi weiß über den Unterschied zwischen Batdin und Thahir wohl bescheid so wie alle anderen Muslime, doch wagt er es nicht diese zu beurteilen, indem er etwa sagt, Ribaa ist eine heute äußere Notwendigkeit dund Allah ist barmherzig. Allah heisst Al--Adtaahiru und Al-Batinu; der Äußere und der Innere.

 

Darf ein Muslim in Daru-l-Kufr (Herrschaftsgebiet der Ungläubigen) Zinsen zahlen; also etwa einen Bankkredit nehmen?

Nach allen vier Rechtschulen ist das Zinsenzahlen eindeutig und generell als verboten erklärt, wobei Kreditzinsen die heute bekannteste Form von Ribaa sind. Es kursiert allerdings das Gerücht, dass Imaam Abu Hanifa (möge Allah mit ihm gnädig sein) das Zinsgeschäft in Daru-l-Kufr (bzw. Daru-l-Hrab) als erlaubt angesehen hätte. Richtig ist, dass Imaam Abu Hanifah - (unter der Voraussetzung, dass der Muslim Hidschrah gemacht-, oder länger in Daru-l-Islam gelebt hat und danach wieder nach "Daru-l-Kufr" zurückgekehrt ist) - nur das Nehmen von Ribaa von Ungläubigen in Daru-l-Harb als erlaubt angesehen hat, keineswegs aber das Zahlen. Das zweite Gerücht ist, dass "weil wir jetzt in Aakhir-Zamaan (Endzeit) leben", sei das Zinsenzahlen in Daru-l-Kufr erlaubt. Das dritte Gerücht ist, dass weil es zwei grundlegende Arten von Ribaa gibt, eine davon erlaubt sei, womit einst in Ägypten die Ribaa amtlich als "halaal" eingeführt wurde. Das vierte Gerücht ist, dass Zinsen erlaubt wären wenn sie keine Wucherzinsen sind. Das fünfte Gerücht ist, dass ohne Zinskredit das eine oder andere Geschäft gar nicht möglich wäre und wahrscheinlich gibt es da noch mehr Gerüchte. Niemand ist befugt am Ribaaverbot zu rütteln; Ribaa-Geschäfte sind Sünde und zu glauben, dass Ribaa erlaubt sei, lässt Kufr (Unglaube) befürchten. Es mag natürlich Fälle geben, wo Zinsen so unumgänglich sind wie das Schweinefleisch für den Verhungernden, doch sind das wohl seltene Ausnahmen.

 

 

 

Qur'aan: Diejenigen, die Zinsen verschlingen, sollen nicht anders dastehen als wie einer, der von Schaitdaan (Satan) erfaßt und zum Wahnsinn getrieben wird. Dies weil sie sagen: Handel ist dasselbe wie Zinsnehmen.  Doch Allah hat den Handel erlaubt und das Zinsnehmen verboten. Und wenn zu jemandem eine Ermahnung von seinem Herrn kommt und er dann aufhört - dem soll verbleiben, was bereits geschehen ist. Und seine Sache ist bei Allah,. Wer es aber von neuem tut - die werden Bewohner des Feuers sein, darin werden sie ewig bleiben. (2:275)

 

Und was ihr an Ribaa gebt, damit ihr den Vermögensgütern der Menschen Zuwachs bringt, das bringt keinen Zuwachs bei Alla, und was ihr an Zakah gebt, und ihr möchtet das Antlitz Allahs, also diese, ihnen wird es vervielfacht (30:39).

 

Allah wird den Zins dahinschwinden lassen und die Mildtätigkeit vermehren. Und Allah  liebt keinen, der ein hartnäckiger Ungläubiger und Übeltäter ist. Wahrlich, denjenigen, die gläubig sind und gute Werke tun und das Gebet verrichten und die Zakah entrichten, ist ihr Lohn von ihrem Herrn (gewiß,) und sie brauchen keine Angst haben noch werden sie traurig sein.

O ihr, die ihr glaubt, fürchtet Allah und verzichtet auf das, was noch übrig ist an Zinsen, wenn ihr Gläubige seid. Und wenn ihr dies nicht tut, dann ist euch Krieg angesagt von Allah und Seinem Gesandten. Doch wenn ihr bereut, dann soll euch euer Kapital zustehen, so daß weder ihr Unrecht tut, noch euch Unrecht zugefügt wird." (2:275-279)

 

Durch die bereits enorm verflochtene, weltweite Wirtschaft, wird Ribaa im täglichen Leben immer unvermeidbarer, jedoch islamrechtlich niemals legal. Verschiedene irreführende fatwaas (Rechtsgutachten) haben dazu beigetragen, dass Muslime aber meinen, dass Ribaa heute erlaubt sei. In der tat haben die großen Gelehrten der vier Rechtsschulen nicht sehr viel über Ribaa gesagt, den das Verbot ist im Qur'aan und Sunnah ist so eindeutig, dass dies wohl nicht notwendig schien.

 

Hhadiith: Der Prophet Muhhammad verdammte denjenigen, der Zins nimmt, und den, der Zins bezahlt, und den, der (einen solchen Vertrag) zu Papier bringt, und die beiden Zeugen (davon), und er sagte: „Sie sind alle (in der Sünde) gleich“ (Muslim).

 

Ribaa in Daaru-l-Kufr

Auch in Daaru-l-Kufr ist nach allen Rechtschulen Ribaa hharaam (verboten). Die einzige Ausnahme ist nach Imaam Abu Hanifa für diejenigen Muslime, welche Hidschrah machten und sich danach in Daru-l-Harb aufhalten: Diese dürfen von den Kufaar Ribaa nehmen aber keineswegs geben. Es ist absolut verboten, dass sich Muslime auf der Bank Kredite nehmen und dafür Zinsen zahlen.

 

 

Riba n-Nasia

Diese Art von Riba war zur Zeit des Propheten (s) sehr verbreitet. Dabei handelte es sich um den Zins, der bei einem Kaufvertrag oder beim Geldverleih je nach Dauer der Rückzahlungsfrist erhoben wurde. Wurde die Schuld nach Ablauf dieser Frist nicht bezahlt, so wurden durch einen neuen Vertrag weitere Zinsforderungen hinzugefügt.

 

Riba l-Fadl

Dabei handelte es sich um den Anteil, den der Schuldner dem Gläubiger beim Tausch gleicher Ware zusätzlich zu geben hatte. Zum Beispiel, dass ein Scheffel Weizen im Voraus oder auf Abzahlung getauscht wurde. Abu Sa’id al-Chudri berichtet, dass der Prophet (s) gesagt hat: „Verkauft nicht eine Sa’a (Maßeinheit) Datteln für zwei Sa’a Datteln; tauscht nicht etwas im Werte von einem Dirham gegen etwas im Wert von zwei Dirham (denn dies ist eine Art Riba)“ (Buchari). Ubada Ibn Thabit berichtet, dass der Prophet (s) gesagt hat: „Gold gegen Gold, Silber gegen Silber, Weizen gegen Weizen, Gerste gegen Gerste, Datteln gegen Datteln, Salz gegen Salz werden immer zum gleichen gegenseitigen Wert und gleichzeitig gegeneinander getauscht. Handelt es sich jedoch um verschiedenartige Dinge, die gegeneinander getauscht werden, so verkauft wie ihr wollt, solange im Voraus beglichen wird“ (Muslim).

 

Zinsen sind, unabhängig von deren Höhe, absolut hharam (verboten, untersagt). Manche sind aufgrund des Koranverses: „Ihr, die glauben, fresst nicht den Zins mehrfach vervielfacht und fürchtet Allah , damit es euch vielleicht wohlergeht“ (3:130) der Ansicht, dass sich das Verbot nur auf hohe Beträge bezieht und für kleine Beträge nicht gültig ist. Oft ist es so, dass der Schuldner seine mit Zinsen belegten Schulden nicht rechzeitig zurückbezahlen kann, und sich die Situation mit der Zeit immer weiter verschlimmert, da die Zinsbelastung immer größer wird. Es kann sogar soweit kommen, dass der Schuldner keine Chance mehr hat und dadurch werden ganze Staaten wirtschaftlicht versklavt.

 

Gläubige die Zinsen nehmen, vermehren scheinbar ihr Vermögen mit dem Besitz der Schuldner (Besitzlose, Arbeiter, Handwerker etc. mit kleinem Verdienst und Arme). Dadurch werden Reiche noch reicher und Arme noch ärmer und nicht selten treten die reichen dann als Gönner auf. Die wachsende Kluft zwischen Arm und Reich beruhen vorrangig auf Zinswirtschaft und haben vielschichtige soziale Konflikte zur Folge. Die Zinswirtschaft hat es vielen Menschen ermöglicht, nur von den Zinsen zu leben und der Gesellschaft keinen Nutzen bringen, d.h. ein unproduktives Leben zu führen, während der Schuldner, der einen verzinsten Kredit aufgenommen hat, hart arbeiten muß, um seine Schulden zu tilgen und nimmt auch ein großes Risiko auf sich. Der Gläubiger hingegenbemüht sich nur, dass er auch alle Zinsen bekommt.

 

 

 

 404 Als das Geld vom Himmel fiel .... 1,5 Billionen Euro haben die Zentralbanken seit der Finanzkrise erschaffen. Sie gaben sie den Banken, die damit der Wirtschaft wieder auf die Beine helfen sollten. Doch bei Autoherstellern und Maschinenbauern ist das Geld nie angekommen. Wo ist es geblieben? Von Kerstin Kohlenberg | Mark Schieritz | Wolfgang Uchatius   19.1.2010

   439 Micro Finance Mafia  Das Ausbeuten der Ärmsten   (Dezember 2010) .... Zinsen sind Riba und Riba ist neben Rauschgift, Glückspiel und Zina im Qur'aan als hharaam erklärt worden. Riba kann nur einen Verlust bedeuten, auch wenn es kurzfristig nach Gewinn aussieht und immer wieder im Namen des Islam als erlaubt erklärt wird. Wer in der ehemals ehrenhaften Al Azhar Universität heute unterrichten will, der muss zuerst einmal unterschreiben, dass er nichts gegen Riba sagt; wer aber unter islamischen Namen eine neue Strategie der Riba entwickelt, der bekommt den Nobelpreis. Muhammad Abu Bakr Müller  1.Muhharram 1432

   432  Zakah grows with Allah, but Ribaa diminishes. Shaikh Riadu-l-Haqq.

0377  Das Pyramidenspiel ....  Ist das Pyramidenspiel in Not geraten? Nein, denn jedes Pyramidenspiel (die internationale Verflechtung der Bankkredite usw.,) ist von Anfang an ein Geschäft mit dem Mangel bzw. mit Werten die es großteils nicht gibt; nein es kann nie in Not sein. Anders wie für Ungläubige, ist für Muslime die Analyse des aktuellen Markteinbruches offensichtlich. 19.Schawwal 1428 (19.Oktober.2008) Von Muhhammad Abu Bakr Müller