Ribaa hat Allah
Im heutigen Sprachgebrauch wird damit meist ein fester prozentualer Anteil, den der Gläubiger vom Schuldner erhält mit Zinsen gemeint, doch sind solche Zinsen eben nur eine Bedeutung von Ribaa. Ribaa ist oft versteckt und nicht für jeden sofort zu erkennen. Wenn etwa der Bäcker Zaid das ihm gelieferte Mehl zum Termin nicht zahlt obwohl er könnte, so ist dies Ribaa. Zaid denkt, er zahlt dem Müller etwas später, so ihm das Geld vorläufig noch für etwas anders zu verwenden, sinnvoller scheint. Es ist nicht nötig, das Zinsen ausgemacht wurden, denn die Verzögerung nennt ist Ribaa.
Nicht selten, dass mit verschiedenen Begründungen das Zinsverbot zu umgehen versucht wird. Manche beziehen sich dabei auf ihr Missverständnis von der Aussage von Imaam Abu Hanifa, wonach Muslime in Daru-l-Kufaar von Ungläubigen Ribaa nehmen dürften, sofern sie bereits Hidschrah machten; keinesfalls aber Ribaa zahlen dürften. Nicht nur dass dabei eher nicht bedacht wird, in welchem Kontext Imaam Abu Hanifa dies sagte, sondern meist sind Muslime die Zahlenden der Ribaa, indem sie sich Kredite von der Bank holen, ganz abgesehen davon, dass nach den drei anderen Imaamen, Ribabeghaupten, sie würden Muslimen durch ihre Ribaa helfen, manche bauen eine Moschee mit Kreditzinsen und wieder andere sagen, dass mit Ribaa nur die übrhötem Zinsen gemeint seien. Es wird von zwei Kategorien der Ribaa gesprochen und dass nur eine davon verboten sei oder dass jetzt Aakhir-Zamaan (Endzeit) sei, und deshalb Bankzinsenribaa erlaubt wäre da man anders keine Geschäfte machen könne usf. Sich an Ribaa zu beteiligen bleibt Sünde sofern sie bereut wird; das Verbot von Ribaa aber zu leugnen, ist Kufr.
Ist ein Muslime etwa durch eine Tariqaah geschult worden, so ist es ganz besonders seine Aufgabe auf die Vermeidung von Ribaa zu achten um nicht vom schmalen Pfad abzuweichen. Diese besondere Beachtung der Schariah (natürlich nicht nur in Bezug auf Ribaa) ist eine der Voraussetzungen für den Wanderer, denn anderseits ist er wie einer, der zwar die Gnadengaben Allahs(sein es nun Jadhzb, Haal. Maqaam usf. sucht, jedoch in einen sich ständig leerenden Sack mit immer größeren Löchern stopft. Der Sufi wurde einst deshalb Sufi genannt, so er sich im Gegensatz zu durchschnittlichen Muslimen, von den eindeutigen bekannten Verboten innerlich und äußerlich zu fernzuhalten versuchte. Der Sufi weiß über den Unterschied zwischen Batdin und Thahir wohl bescheid so wie alle anderen Muslime, doch wagt er es nicht diese zu beurteilen, indem er etwa sagt, Ribaa ist eine heute äußere Notwendigkeit dund Allah ist barmherzig. Allah heisst Al--Adtaahiru und Al-Batinu; der Äußere und der Innere.
Qur'aan: Diejenigen, die Zinsen verschlingen, sollen nicht anders dastehen als wie einer, der von Schaitdaan (Satan) erfaßt und zum Wahnsinn getrieben wird. Dies weil sie sagen: Handel ist dasselbe wie Zinsnehmen. Doch Allah hat den Handel erlaubt und das Zinsnehmen verboten. Und wenn zu jemandem eine Ermahnung von seinem Herrn kommt und er dann aufhört - dem soll verbleiben, was bereits geschehen ist. Und seine Sache ist bei Allah,. Wer es aber von neuem tut - die werden Bewohner des Feuers sein, darin werden sie ewig bleiben. (2:275)
Und was ihr an Ribaa gebt, damit ihr den Vermögensgütern der Menschen Zuwachs bringt, das bringt keinen Zuwachs bei Alla, und was ihr an Zakah gebt, und ihr möchtet das Antlitz Allahs, also diese, ihnen wird es vervielfacht (30:39).
Allah wird den Zins dahinschwinden lassen und die Mildtätigkeit vermehren. Und Allah liebt keinen, der ein hartnäckiger Ungläubiger und Übeltäter ist. Wahrlich, denjenigen, die gläubig sind und gute Werke tun und das Gebet verrichten und die Zakah entrichten, ist ihr Lohn von ihrem Herrn (gewiß,) und sie brauchen keine Angst haben noch werden sie traurig sein. O ihr, die ihr glaubt, fürchtet Allah und verzichtet auf das, was noch übrig ist an Zinsen, wenn ihr Gläubige seid. Und wenn ihr dies nicht tut, dann ist euch Krieg angesagt von Allah und Seinem Gesandten. Doch wenn ihr bereut, dann soll euch euer Kapital zustehen, so daß weder ihr Unrecht tut, noch euch Unrecht zugefügt wird." (2:275-279)
Durch die bereits enorm verflochtene, weltweite Wirtschaft, wird Ribaa im täglichen Leben immer unvermeidbarer, jedoch islamrechtlich niemals legal. Verschiedene irreführende fatwaas (Rechtsgutachten) haben dazu beigetragen, dass Muslime aber meinen, dass Ribaa heute erlaubt sei. In der tat haben die großen Gelehrten der vier Rechtsschulen nicht sehr viel über Ribaa gesagt, den das Verbot ist im Qur'aan und Sunnah ist so eindeutig, dass dies wohl nicht notwendig schien.
Hhadiith:
Der Prophet
Muhhammad
Ribaa in Daaru-l-Kufr Auch in Daaru-l-Kufr ist nach allen Rechtschulen Ribaa hharaam (verboten). Die einzige Ausnahme ist nach Imaam Abu Hanifa für diejenigen Muslime, welche Hidschrah machten und sich danach in Daru-l-Harb aufhalten: Diese dürfen von den Kufaar Ribaa nehmen aber keineswegs geben. Es ist absolut verboten, dass sich Muslime auf der Bank Kredite nehmen und dafür Zinsen zahlen.
Zinsen sind,
unabhängig von deren Höhe, absolut hharam (verboten, untersagt).
Manche sind aufgrund des Koranverses:
„Ihr, die glauben, fresst nicht den Zins mehrfach vervielfacht und
fürchtet Allah
Gläubige die Zinsen nehmen, vermehren scheinbar ihr Vermögen mit dem Besitz der Schuldner (Besitzlose, Arbeiter, Handwerker etc. mit kleinem Verdienst und Arme). Dadurch werden Reiche noch reicher und Arme noch ärmer und nicht selten treten die reichen dann als Gönner auf. Die wachsende Kluft zwischen Arm und Reich beruhen vorrangig auf Zinswirtschaft und haben vielschichtige soziale Konflikte zur Folge. Die Zinswirtschaft hat es vielen Menschen ermöglicht, nur von den Zinsen zu leben und der Gesellschaft keinen Nutzen bringen, d.h. ein unproduktives Leben zu führen, während der Schuldner, der einen verzinsten Kredit aufgenommen hat, hart arbeiten muß, um seine Schulden zu tilgen und nimmt auch ein großes Risiko auf sich. Der Gläubiger hingegenbemüht sich nur, dass er auch alle Zinsen bekommt.
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