Fiqh  فقه   tiefgehendes Nachdenken, Rechtswissenschaft


 

 Nuuru-l-Idah Hanafi Manual

Ma la budda minhu  Hanafi Manual

 

 
   

Fiqh ist eigentlich der Prozess, welcher Jurisprudenz ermöglicht und wird insofern oft  mit Jurisprudenz übersetzt und auch als Sammlung der Gesetze, die dem Koran und der Sunnah abgeleitet wurden, bezeichnet, wenn gleich das genaugenommen nicht richtig ist. Figh ist das zugrundeliegende Nachdenken, Wahrheitssuchen und betrifft alles was erlaubt oder verboten ist. Also das Wissen, ob z.B. eine Ehe bereits als geschieden gilt oder noch nicht. Dieses "Nachdenken oder Nachforschen" geschieht ausschließlich im Kontext von Offenbarung (Wahhyy, Qur'aan) und Sunnah und der Liebe und Angst vor Allah erlaubt und unterscheidet sich daher grundlegend vom säkularen Recht; derjenige, der zu diesem Verstehen fähig und befugt ist, der ist ein Faqiih (Rechtsgelehrter). Für das tägliche Leben wird die jeweilige Fiqh - Entscheidung (Fatwaa) in Handbüchern der verschiedenen Madhaa'hibs (Recchtsschulen) zusammengefasst, wobei rituelle Regeln gleichermaßen eingeschlossen sind. Diese Bücher sind unentbehrlicher Leitfäden für diejenigen, die im Einklang mit Qur'aan und Sunnah leben wollen. "Ma la budda minhu" oder Nuuru-l-Idah sind Handbücher entsprechend Imam Abu Hanifah (möge Allah  seine Seele heiligen). Heutige Gelehrte der Rechtschulen sollten sich innerhalb der madhaa'hib (Rechtsschulen) bewegen, so es keineswegs ihre Aufgabe ist, bereits in Überseinstimmung idschtihaad zu befassen. Die Tore des grundlegenden Idschtihaad sind längst geschlossen und neuer Fatwas sind sollten lediglich Erklärungen früherer Idschtihaad im aktuellen Kontext sein.

 

Für Antworten, die nicht aus dem Qur'aan und/oder der Sunnah zu entnehmen sind, ist der Idschtihaad  (Prozess der legalen Rechtsentscheidung) eines Mudschtahids (umfassender Rechtsgelehrter) maßgeblich. Es hat eine Reihe von solchen Gelehrten gegeben und nach ihnen sind die Rechtsschulen benannt, doch haben sich nur vier, nämlich die "hanifitische,  malikitische, shafiitische und hanbalitische" brauchbar erhalten. Muslime können daher mittels Madhhab (Rechtsschule) ohne selbst Gelehrte zu sein, wissen wie sie ihr Ritualgebet richtig ausführen sollen, was ihnen erlaubt oder verboten ist und wann ihre Ehe als geschieden gilt, usw... Der richtige Faqiih (Rechtsgelehrte) von heute ist derjenige, der den früheren Fuqahaa' (Gelehrten) in ihren Entscheidungen folgt (Taqliid) und weiß, wo er nachlesen kann und notfalls, sofern er dazu Idschazah (Erlaubnis eines oder mehrere seiner befugten Lehrer) hat, Fatwas zu aktuellen sub/sub/sub Angelegenheiten geben. Z.B,: dass es erlaubt ist, mit der Nähmaschine zu nähen oder mit dem Auto zu fahren, weil jemand etwa fragt, ob diese Tätigkeiten nicht Bidah (unerlaubte Erneuerung) seien oder ob eine standesamtliche Ehe in Daru-l-Kufr für einen Muslim Gültigkeit hat.

 

So ist es rechtlich vollkommen unbedeutend wenn etwa Körperschafts,- oder Vereinssprecher ihre Meinungen z.B. zur Verschleierung der Frau äußern, solange dies nicht mit der Rechtsmeinung der Gelehrten der Madhaa'hibs übereinstimmt, denn heute es gibt längst keine Gelehrten mehr, welche berechtigt wären etwas am Konzens  der frühen Gelehrten etwas zu ändern und diesbezüglich neue Fatwas abzugeben. Dass eine Mehrheit der Muslime vieles nicht befolgt was sie befolgen sollte, ändert nichts am islamischen Gesetz und auch wenn manche mit unqualifizierten Argumenten wie: "Das steht ja nicht (s) so im Qur'aan" gegen Qur'aan und/oder "das ist nicht genau so in den Erklärungen den Propheten (der Friede und Segen Allahs sei auf ihm) zu entnehmen" argumentieren, so als ob die frühen Gelehrten nicht gewusst hätten was in Qur'aan und  Sunnah zu finden ist und wie dies verstehen sei; solche Äußerungen tragen nur zur Verwirrung der Muslime bei.

 

Der Muslim, der einer Rechtschule folgt, der wird Muqallid genannt im Gegensatz zum ghairMuqallid, also der Mudschtahid, dem Großgelehrten, der verpflichtet ist, selbst aus Qur'aan und Sunnah das Richtige abzuleiten. Heute ist die Ummah in dieser Angelegenheit aber zusehends verwirrt, denn Pseudogelehrte stacheln die Nafs al ammaarah der Muqalliduun auf, indem sie ihnen einreden, sie wären ja selbst so intelligent um von Qur'aan und Sunnah das Richtige abzuleiten und Muqallid sein, das sei ein Bidah (unerlaubte Neueinführung in den Islam). Heute werden irrtümlich diejenigen als Gelehrte betrachtet, die eine "islamische Universiät" oder einen Fernkurs absolviert haben und wissen wie "gewünschte" Fatwas zu formulieren sind. Heute werden nicht Gelehrte mit Idschaazah (Erlaubnis) gesucht, sondern diejenigen von welchen schon gewusst wird, dass sie die gewünschte Fatwa produzieren. Jeder Muslim weiß, dass z.B. Ribaa zu dem gehört, was haraam ist; doch wenn nun ein Muslime Geld braucht, also einen verzinsten Kredit nehmen will, so suchen sich manche denjenigen Gelehrten, von dem schon bekannt ist, dass er "heute" oder in "Daru-l-Kufr" Zinsen für erlaubt erklärt hat, und benützen seine Fatwa zur Beruhigung ihres Gewissens und als Argumnet gegenüber anderen Behauptungen. Insbesondere in Europa (wohl auch in den USA), haben muslimische Immigranten häufig Igenieur- oder Ärtztekarieren angestrebt, und später ihre derart trainierte Denkweise mit  islamischen Wissen, insbesondre mit fiqh zu verwechseln begonnen; sie sagen dann z.B.: "Weder im Qur'aan noch in irgendeinem Hhadiith gibt es einen Hinweis auf eine bestimmte Rechtschule ...usw..", was belegt, dass sie grundlegend nicht verstanden haben was mit fiqh übnerhaupt gemeint ist. Solche Erklärungen klingen aber für viele sehr vernünftig und ihre Nafs (Ego) findet Gefallen daran. Einen starken Wind erhalten diese ghairMuqalliduun vom "Integrationsprozess" (eigentlich Assimilierung) in den Lifestyle der Ungläubigen.

 

 


 

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Die Opferbereitschaft des Imaam Abu Hanifa  - möge Allahs Barmherigkeit mit ihm sein. Explained by Schaykh Zahir Mahmood - mit deutschen Untertiteln  ...... Imaam Abû Hanîfa (möge Allah seine Seele erhöhen) ist einer der größten Gelehrten des Fiqh فقه‎ (islamischen Rechtswissenschaft), hat sich aber - bevor er eine Fatwaa فتوى  (Rechtsentscheidung) verlauten ließ - jeweils mit vierzig seiner vorzüglichsten Schüler beraten. Nach Imaam Abu Hanifa ist die hanifitische Madhhab مذهب (Rechtschule) benannt und ihr gehören heute die Mehrheit der Muslime an. .....

 

  Nuuru-l-Idah  

"The Light of Clarification" - Hanafi Fiqh Manual by Hasan Shurunbulali - English Translation - 437 Pages  - PDF ... Nur al-Idajh is a broadly taught Hanafi text which entails vast areas of jurisprudence, namely the rulings to worship. It leaves the student well prepared to deal the entirety of issues from purification to hajj. It reveals in a small way as to why the Hanafi Madhhab is held in such high esteem from scholars all over the world. .....