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Alles
was der Mensch räumt ist seine Kunst
Gebrauchsanleitung zur Kunst der
Gleichnisse
"In der radikalen Moderne
wurde alles, was bisher gemalt, also nur
repräsentiert war, durch die Realität und durch
reale Dinge ersetzt – so die These der
Sammlungsausstellung zur Neueröffnung der Neuen
Galerie im Joanneumsviertel. Auf die Verbannung
der Gegenstandswelt durch die abstrakte Malerei
antwortete Marcel Duchamp mit der Einführung der
Gegenstände bzw. Ready Mades in die Kunst.
Später traten Aktion oder Performance an die
Stelle der Bilder des menschlichen Körpers,
statt gemalter Landschaft gab es die Land Art,
statt gemalter Stillleben Assemblagen und
Installationen."
(Moderne:
Selbstmord der Kunst?
Neuen Galerie Graz 1432 / 2011) Diese
Aussage ist ein
Beispiel, wie sich in der prä-islamische
Wahrnehmung im Kontext der europäischen
Kunstgeschichte, die versteckte Suche nach
echter Lebensqualität, selbst beschreibt.
Denn alles was der
Mensch
bis zu seinem Tod absichtlich
räumt, das ist seine Kunst, doch im engeren Sinn des
Sprachgebrauches, wird nur dann von Kunst gesprochen, wenn
der Informationswert einer Räumung den Wert des
geräumten übersteigt oder ihm zumindest gleichwertig ist; also wenn etwa die gelesene Information mehr wert ist wie die
aus dem Tintenfass auf das Papier geräumte Tinte.
Trotzdem wird das Räumen (Handeln) nur
selten als
Kunstwerk erlebt, sondern vielmehr nur die von der Handlung
überbleibenden Objekte, wie etwa bei einem Maler, dessen Farbräumungen ein Bild
hinterlassen. So das Äußere nicht
getrennt ist vom Inneren, eigentlich ist eines nur ein Gleichnis dem anderen,
kann Kunst ähnlich einem alchemistischer Vorwand für Mitteilungen über Belange der
Seele - sei es nun Wahrheit oder Lüge - welche anders oft nicht
mitgeteilt
werden können oder dürfen, verstanden werden. Der Maler malt etwa einen
Mord ohne Gefahr zu laufen, dafür bestraft zu werden, doch sobald er den Mord
als "Kunstperformance räumt", wird er dafür bestraft oder als verrückt erklärt;
nicht nur die Einschränkung ist deutlich, sondern vor allem die Verantwortung im
Räumen bzw. Handeln und es stellt sich die Frage, an was orientiert sich der
Räumende, wenn er sich der echten Lebensqualität annähern will. Hier hat die
präislamische Kunst ihre Grenze erreicht.
Kunst
ist, bzw. sollte als sakrales Transportunternehmen, welches Angelegenheiten der Seele
und der Gesellschaft in die Verdeutlichung zu führen versucht,
verstanden werden, doch das bedarf einer
Orientierungslinie, andernfalls es sich nur um
demokratisches Theater handelt.So wie Kulturen
nur im Kontext von Religionen existieren, kann Kunst nur im
Kontext einer Kultur existieren, denn Religion ist Software, Kultur ist Hardware und Kunst ist verantwortliches
Räumen. Es gibt keinen Freiraum der Kunst heißt, auch wenn dies in
der prä-islamischen Kunst so betrachtet wird. Im Grunde wird mit der Freiraumtheorie
der wirkliche Wert der Kunst lächerlich gemacht, denn dadurch wird etwa
das Lügen usf. legitimiert.
In der global
Vernetzung von Informationen ist die differenzierte Verwendung von
Begriffen wie Religion, Kultur und Kunst immer seltener geworden.
Je mehr sich aber eine Kunst im bewussten
Einklang mit der Quelle der Existenz befindet, desto sakraler wird ihre
Bedeutung und der Lebensqualität Suchende wird zu sakrale Zusammenhänge
geführt, doch liegt darin auch die Gefahr, welche
besonders durch die
Nachahmung der beseelten Schöpfung hervorgerufen
wird. Das ist der
Götzendienst und es ist
dabei belanglos, ob sich dieser verborgene Prozess der
Naturverehrung in einem Museum oder in einem Tempel
ereignet. Prä-islamische
Kunst entsteht durch
Ungläubige,
- islamische durch
Gläubige und post-islamische durch diejenigen welche
Religion als Kultur
betrachten.
Die präislamische Kunst entwickelte sich zur Suche nach
echter Lebensqualität, während die dabei abfallenden
Signalen der Suchenden zu Kunstobjekten wurden obwohl ihr
Kunstwerk nicht das Objekt ist, sondern im ständigen Prozess
ihrer
Absichtsentwicklungen verborgen ist; also es nicht die Performance
welche das Bild abgelöst hat, sondern die Poerformance ist nur eine neue
Verschleierung des eigentlichen Werks. Diese Einsicht aber, bzw. auch
nur die Ahnung von der Einsicht, existiert nur in einem sehr, sehr
kleinen Kreis unter den Anhänger der
demokratischen Religion und
ich erkläre dies, da ich selbst
diesem Kreis angehörte, aber erst als Muslim tiefer Einsicht erlangte. Muhammad
Abu Bakr Müller
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Die Schnittstelle
....
Alles was der Mensch absichtlich herumräumt, das ist seine
Kunst, doch im engeren Sinn nur dann, wenn der Informationswert den
Wert der
Mittel übersteigt.
Muhammad Abu Bakr Müller | Muhharram 1428 (Jänner 2008) |