|
00504 |
Neue Daten: Mehr als
500.000 Muslime in Österreich
Die Zahl der Muslime in Österreich ist seit 2001 um fast die Hälfte
gestiegen. Der Anstieg ist den Geburten und nicht der Zuwanderung zu
verdanken. Rund 50 Prozent der heimischen Muslime haben die
Staatsbürgerschaft. WIEN. Wie viele Muslime es in Österreich
gibt, wissen nicht einmal ihre offiziellen Vertreter so genau – die letzten
gesicherten Zahlen stammen aus der Volkszählung von 2001, seither geisterten
unterschiedlichste Zahlen durch die Öffentlichkeit – die Islamische
Glaubensgemeinschaft in Österreich (IGGiÖ) ging zuletzt von 400.000 Muslimen
aus.
Hälfte der Muslime Österreicher Grundlage für die neuen Daten
ist eine Fortschreibung der Volkszählungsergebnisse mit den Zahlen aus der
Wanderungsstatistik und den Geburtenzahlen. Auf diese Weise kommt man zu
annähernd gesicherten Zahlen, wenn es auch methodenbedingt einige Unschärfen
gibt. So wird in der Berechnung etwa davon ausgegangen, dass Kinder mit
mindestens einem muslimischen Elternteil auch Muslime sind. Gleichzeitig
werden bei den Daten aus dem Meldewesen nur jene erfasst, die sich legal im
Land aufhalten. Doch selbst mit diesen Fragezeichen ist die nun publizierte
Zahl das Valideste, was es derzeit an Daten über Muslime in Österreich gibt. Das liegt zum einen daran, dass es sich bei der muslimischen Bevölkerung um eine junge Gruppe handelt – ihr Durchschnittsalter liegt etwa bei 25 Jahren, im Gegensatz zum österreichischen Durchschnitt, der bei 39,9 Jahren liegt. Zum anderen steckt aber auch ein statistisches Problem dahinter – denn nach wie vor kehren viele Migranten im Alter in ihr Heimatland zurück. Und somit wird ein Teil der Sterbefälle in die Wanderungsbilanz verlagert.
Weitere Zunahme erwartet Was bedeutet das nun für die Zukunft? Laut der ÖIF-Studie ist in den kommenden Jahren jedenfalls mit einer weiteren leichten Zunahme der muslimischen Bevölkerung zu rechnen, sowohl durch Zuwanderung (vor allem im Rahmen des Familiennachzugs), als auch durch Geburten. Allerdings, so die Expertise, sollen sich die derzeit noch deutlich höheren Geburtenzahlen mittelfristig an den Durchschnitt der Gesamtbevölkerung annähern. ("Die Presse", Print-Ausgabe, 26. 2. 2010) |