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Die Bedeutung
von ßalaah صلاة
-Ritualgebet
- Hauptaktion
Muhhammad Abu Bakr Müller - in
Bearbeitung
Die
rituelle Anbetung
Allahs in der überlieferten Form
heißt in arabischer Sprache
As-ßalaah, was der vorislamischen Wortwurzel nach etwa verbeugen und
strecken bedeutet und was ich im Deutschen
Hauptaktion
nenne, meist aber nur als
Gebet oder Ritualgebet bezeichnet wird.
Die aktive Manifestation der eigenen
Dienerschaft
gegenüber seinem Schöpfer, in Demut und Schwäche, Erniedrigung seiner Selbst,
das Rezitieren des Qur'aans, das Drücken der Stirn auf den Boden vor seinem
Herrn, dem
Kenner des
Unsichtbaren, Kenner des
Innersten der
Herzen,
das ist das
Dhikru-l-Llaah (Gedenken Allahs) der
Gläubigen
und Schukr
(Dankbarkeit) gegenüber dem Schöpfer .
Die Hauptaktion ist die Aktion
der
Einsamen in der Gemeinsamkeit, das
Fanaa'.fi-l-Llah
(Auflösung des Individualismus
in der Wahrnehmung Allahs
). Dienerschaft, ist
die höchste Kunst und in ihre reinsten Form heißt
Ihhsaan
(Perfektion). Die
Hauptaktion ist die rituelle Erinnerung an den Urvertrag, dem Vertrag
zwischen dem Schöpfer und
Seinem Geschöpf, der allen Seelen eingebrannt wurde, als sie noch
ungeschaffene Arwah
(Geistzuständen) waren - was von Ungläubigen heute als vor dem "Urknall"
bezeichnet werden müsste - bezeugten: alastu bi rabbikum "BIN
ICH NICHT EUER HERR".
Solange ein Nichtmuslim, in
Ermangelung besseren Wissens der Illusion eines Urknalls anhängt, in dem er
sich dadurch die Schöpfung vorzustellen versucht, mag es ihm in seiner
Forschung nach Lebensqualität
nützen; verfängt er sich dabei aber in eine selbstständige, zufällige Entwicklung der
Natur - meist Evolution
genannt - so hat er sich den Zugang zur Hauptaktion versperrt, selbst wenn er
sich physisch in der Qiblah
(Richtung Mekkah) mit
anderen Muslimenoder allein scheinbar vor Allah
niederwirft. Die
Hauptaktion ist Unterwerfung: vor der
Allamacht und diese
essentielle Handlung kann in
eine Unzahl von Formen schlüpfen, ja letztlich in alle Handlungen so dass
alles zur Anbetung wird. Die
Hauptaktion ist
ein verpflichtemndes Ritual, bekannt als
as-ßalaah (das Islamische
Ritualgebet) und wurde nicht irgendwie zusammengebastelt wie etwa die Messfeiern der
Trinitarier,
nein, sondern es ist die vom
Engel
Dschibraiil,
direkt dem Gesandten Allahs,
Muhhammad
übermittelte Performance mit all ihren Details. Der in Liebe seinem Herrn
Unterworfene ist der
Âbdullah, (der Diener
bzw. der Anbeter Allahs ),
er ist Sein Sklave, Ihm gehört sein Leben. Diese Dienerschaft in
Liebe, dieser sich
ständig Allahs erinnernde Zustand,
das
Dhikru-l-llah, ist die echte Lebensqualität,
es ist der innere Friede, die höchste Kunst,
wo das Ego vor Allah
in Demut auf den Boden gedrückt wird. Nicht die Anstrengungen sind es,
welche zur Erkenntnis
Maârifah
(Gnosis)
führen, sondern einzig die Gnade Allahs .
Das ßalaah
ist Anbetung, und die Bestätigung des Urvertrages.
Naturverehrung ist
Schirk (Götzendienst).
Oft bringt sich der Götzendiener bei seiner Anbetung der Schöpfung vor
bestimmte Gegenstände oder Figuren, damit diese ihn an
Gott erinnern mögen, wie er sagt; es braucht aber nicht lange, bis der
Gegenstand selbst dem potentiellen Götzendiener als etwas Wirkendes zu
erscheinen beginnt und leicht als Götze erkannt wird, wenn er eine
Figur ist. Götzendienst ist
die Säkularisierung der Einheit Allahs ; es ist die projizierte Partnerschaft
in bestimmte Teile der Schöpfung; es ist die Anbetung des
Geschaffenen und nicht mehr die Anbetung des Schöpfers.
Diese Inkarnationsvorstellungen
lassen Allah
zur Natur werden, also zu dem, was
Er erschaffen hat und so
kommt es, das Naturanbeter hin und wieder sich
selbst insgeheim als Gott oder Bestandteil Gottes wähnen, nur dass Ihnen ihr
Selbst noch im Weg stünde; gelänge es dieses Selbst zu überwinden, so
erkenne man sich dann selbst als Gott usf.. Nicht selten wird von
Naturanbetern auf manche der
Aulia Allahs (Heilige, Nahe Allahs ) als Rechtfertigung
verwiesen, welche in ihrem
fanaa'fil-llah (vollkommene Auflösung des Individualismus in der
Erinnerung an Allah
) eben nichts mehr außer Allah
wahrnahmen und in diesem
Zustand, etwa sagten, "ana-l-haqq"
(ich bin die absolute Wahrheit), was eindeutig auf Schirk verweist,
doch in ihrer Abwesenheit von sich selbst, kein Schirk ist. Die
Leugner der Transzendenz Allahs (diejenigen, welche z.B. behaupten, dass man
auf der Bergspitze Allah
näher sei, diese benützen solche Berichte über die
Ausnahmezustände der Aulia Allahs ,
um alle diejenigen zu verurteilen, die sich zum
dikru-l-llah treffen und
den Gesandten Allahs ,
Muhhammad
grüßen
und Segen auf erbitten. Der Mensch selbst, wie alles
andere das wir kennen, ist geschaffene Natur; Allah
hingegen, der
Existierende, ist nicht in
Raum und Zeit und alles was über Ihn gesagt werden kann, ist das, was Er
selbst über Sich offenbarte:
Gleichnisse, bei denen nur
die Worte den Worten gleich die wir kennen gleichen, denn Allah
ist mit
nichts vergleichbar.
Im heutigen Europa sind
Sinnlichkeiten und die niedere Seelenkunde (meist
Psychologie genannt) wie die
Türsteher vor der Erkenntniswelt der Götzenanbeter, welche die
Realität der
Wahhyy (Offenbarung) zu einem chemischen
Prozesse im Hirn reduziert haben. Trotzdem macht ihnen
die Gnade Allahs hin und wieder Löcher in ihre
Kulisse, so dass die Existenz
eines geistigen Weges ab
und zu verschwommen erkennbar wird; für manche eine
Schnittstelle in der Kunst des Forschens nach
Lebensqualität, die bei jeder
Verleugnung (Kufr),
immer seltener und immer unsichtbarer wird. |