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Tarnkappen-Journalisten und die Mär von der radikalen Süßholz-Fraktion von Abd al-Hafidh Wentzel, September 2007 entnommen von: http://myelectronicdiary.wordpress.com/2007/09/
Da klärt
ein „Islamismus-Experte“ dieses Blattes unter dem reißerischen Titel
„Radikale Konvertiten: Durchmarsch zum Martyrium“ seine Leser
darüber auf, woran man solche „radikalen Konvertiten“ erkennen kann.
Er schreibt: „Lässig kaut der junge Mann auf einem Zweig Süßholz
herum, seinem Ersatz für eine Zahnbürste, ganz nach dem Vorbild des
Propheten Mohammed.”Im zweiten Teil seiner Abhandlung erklärt uns
der „Experte“ dann, wer die „Salafiten“ sind, indem er ihre
Ideologie so beschreibt: Wenn der
Autor auch nur die geringsten Kenntnisse des Islam besäße oder sich
bei einem halbwegs gebildeten Muslim informiert hätte, müßte er
wissen, daß es sich bei dem vermeintlichen „Süßholz“ um ein Miswak
(auch Siwak) genanntes Zahnholz handelt – in der Regel die Wurzel
des in vielen Wüstengebieten vorkommenden Arak-Strauches, dessen
Extrakt mittlerweile von Schweizer Pharmazieunternehmen wegen seiner
mild desinfizierenden und adstringierenden Wirkung zur Herstellung
von Zahnpasta verwendet wird. Das Miswak,
diese „natürliche Zahnbürste“, die in ihrem Inneren bereits die für
die Zahnpflege notwendigen Substanzen enthält, und die nach
Benutzung einfach ein wenig gekürzt und auf diese Weise so lange
weiterverwendet wird, bis schließlich ein kleiner Stummel ohne
Schaden für die Umwelt weggeworfen werden kann, wird bis heute
weltweit täglich von Millionen von Muslimen – von vielfach eher
spirituell orientierten Suufis über die unterschiedlichsten
exoterischen Glaubensausrichtungen bis hin zu den extremistischen
Wahhabiten – benutzt. All dies trotz weltweiter massiver Werbung der
Industriekonzerne für ihre Plastik- und Elektrozahnbürsten und trotz
der täglich und überall – wegen der angeblichen Vorteile ihrer
jeweils neuesten chemischen Formeln – angepriesenen Zahnpasten,
Mundwasser und Pflegemittel. Der
Versuch, den Lesern des SPIEGEL dieses bei vielen Muslimen beliebte
Zahnholz, das in fast jeder Moschee und in zahllosen Internetshops
erhältlich ist, nun als Erkennungsmerkmal einer radikal-islamischen
„Süßholz-statt-Zahnbürste-Fraktion“ zu verkaufen, wird zweifelsohne
als eine weitere Glanzleistung in die Annalen des „fortschrittlichen
Journalismus“ eingehen, in denen sich dieses Magazin und seine
„Experten“ schon so manches Ruhmesblatt gesichert haben. Offen ist
allerdings die Frage nach den Beweggründen des Verfassers, eines
„Islamismus-Experten“ mit dem wohlklingenden Namen Yassin Musharbash.
Warum schreibt jemand so einen Schwachsinn? Diese Frage lädt
geradezu zu Spekulationen ein: Vielleicht
will sich der Autor, weil er wegen seines auf einen „Migrationshintergrund“
hindeutenden, irgendwie muslimisch klingenden Namens unter einem
Minderwertigkeitskomplex leidet, im Kreise seiner fortschrittlichen
Journalistenkollegen als moderner Plastikzahnbürstenbenutzer
profilieren? Eventuell
könnte es sich dabei um eine Art Konvertiten-Syndrom handeln, wie es
bei manchen zum „fortschrittlichen Journalismus“ Übergetretenen –
ähnlich wie bei anderen Konvertiten – häufiger anzutreffen ist. Herr
Musharbash selbst erwähnt ein solches Phänomen in seinem Artikel,
indem er den niederländischen „Terrorforscher“ Edward Bakker mit den
Worten zitiert: „Grundsätzlich neigen Konvertiten zur
Überkompensierung, und das macht sie anfällig für radikale Ideen.”
Das Magazin, das ihn für seine Schreiberei bezahlt, nennt sich DER
SPIEGEL. Herr Musharbash sollte vielleicht einmal in einen solchen
schauen! Eine
weitere Möglichkeit wäre die: Vielleicht ist Herr Musharbash ein
verdeckter Tarnkappen-Re-Konvertit, der nur zum Schein zum
„fortschrittlichen Journalismus“ konvertiert ist und eine
Plastikzahnbürste benutzt, um dann eines schönen Tages, vielleicht
beim Schweinebratenschmaus der SPIEGEL-Redakteure im Anschluss an
den gemeinsamen Kirchgang, mit seiner Freundin im Arm, ein mit
hochkonzentriertem Wasserstoffperoxyd getränktes Süßholzzweigchen
aus der Jackentasche zu ziehen, es in sein Bierglas zu tauchen und
mit der daraus resultierenden gewaltigen Explosion als „radikaler
Konvertit“ seinen „Durchmarsch zum Martyrium“ zu vollenden? Nach der
Ansicht eines von Herrn Musharbash in seinem Artikel „Gotteskrieger
an der Heimatfront” genüsslich zitierten jordanischen „Experten“-Kollegen
namens Fuad Hussein, der ein angeblich existierendes Phänomen so
genannter „Tarnkappen-Konvertiten“ beschreibt (…die ihre Konversion
nicht mehr öffentlich machen, um getarnt zu sein, Schweinefleisch
essen, in Kirchen gehen, und Freundinnen haben. Niemand weiß, wer
sie sind, bis sie zuschlagen), wäre auch die letzte Variante ein
durchaus denkbares Szenario! Fest steht
jedoch bereits, daß sich Yassin Musharbash mit seiner umfassenden
Unkenntnis der Materie und seiner blühenden Phantasie einen
Ehrenplatz in der Riege der deutschen „Islam-Experten“ – von Gerhard
Konzelmann über Alice Schwarzer und Hans-Peter Raddatz bis zu Peter
Scholl-Latour – verdient hat, der ihm sicher in Bälde in Form einer
entsprechend dotierten Auszeichnung vergolten werden wird. Wichtig ist
ihm und das sollen sich die SPIEGEL-Leser wohl merken – denn
SPIEGEL-Leser wissen mehr! – was Herr Musharbash gegen Ende seines
Artikels treffend formuliert: Nun, ein
wichtiges „Indiz“ hat Herr Musharbash ja schon beschrieben: es ist
das Zahnholz der „Süßholz-statt-Zahnbürste-Fraktion.“ Es ist
davon auszugehen, daß die Beamten der verschiedenen
Sicherheitsbehörden – allesamt sicherlich fleißige SPIEGEL-Leser –
demnächst verstärkt nach „Süßholzkauern“ fanden werden. © Abd al-Hafidh Wentzel, September 2007
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